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02.03.2010

Embedded World

fortiss präsentiert auf Embedded World Experimentalplattform zur Elektromobilität (Stand: 9-468)

Das fortiss Forschungs- und Transferinstitut für software-intensive Systeme an der Technischen Universität München (TUM), präsentiert in Nürnberg seine Experimentalplattform zur Evaluierung innovativer Software- und Architekturkonzepten für Elektromobilität. Das Elektroauto der Zukunft von fortiss baut auf dem eCorner-Konzept sowie auf der X-by-wire-Technologie auf und verfügt über vier einzeln ansteuerbare Radnabenmotoren, die völlig neue Bewegungssequenzen ermöglichen, wie z.B. seitliches Einparken.


Was bei der Bahn seit Jahrzehnten Standard ist, wird von vielen Vertretern der Automotive-Industrie immer noch argwöhnisch beäugt: Die Rede ist vom Radnabenmotor. Doch bei genauerem Hinsehen sprechen auch beim Auto einige Vorteile für diesen Antrieb, was Siemens VDO (heute Continental) schon vor einigen Jahren dazu bewogen hat, das Konzept der Radnabenmotoren für Automobile konsequent weiter zu entwickeln: Das eCorner-Modul enthält zusätzlich zum Radnabenmotor und der generatorischen Bremse noch Federung und Lenkung und sorgt für deutliche Gewichtseinsparung. Getriebe, Differentiale, Lenkgetriebe und Antriebswellen fallen ersatzlos weg; auch auf die mechanischen Reibungsbremsen kann unter Umständen verzichtet werden.


Gesteuert wird das Elektroauto komplett über ein IP-basiertes Kommunikationsnetzwerk (X-by-wire). Als Fahrzeugbus wird ein neu entwickeltes, auf die Bedürfnisse der Elektromobilität angepasstes Echtzeit-Protokoll mit Zeitsynchronisation auf der Basis des IEEE-Standards 1588 verwendet.


Ziel der Experimentalplattform ist die Entwicklung einer datenzentrischen Architektur, um damit die Kommunikationsbeziehungen zwischen den einzelnen Funktionsblöcken des Fahrzeugs zu reduzieren. Gleichzeitig sollen auch die Netzwerkstrukturen erheblich vereinfacht und die Zahl der Steuergeräte, in Zukunft unter Einsatz von Multicores, reduziert werden. Ein weiterer Aspekt liegt auf der Untersuchung unterschiedlicher Konzepte zur Virtualisierung der Steuergeräte, die teilweise auf der in der Avionik vorgeschlagenen IMA-Architektur beruhen. Im Fokus steht zudem die Entwicklung und Erprobung von Mechanismen zur Fehlertoleranz, um die Zuverlässigkeit und Sicherheit des Fahrzeugs zu erhöhen.


Die vier eCorner-Module der Experimentalplattform leisten jeweils 2 kW und beschleunigen das rund 500 kg schwere Fahrzeug auf bis zu 50 km/h. Jeder der vier Antriebe bringt ein maximales Drehmoment von 160 Nm auf die Straße - das lässt durchaus Sportwagen-Feeling aufkommen.


Die fortiss GmbH stellt auf der embedded world 2010 auf dem Gemeinschaftsstand des Clusters Mikrosystemtechnik in Halle 9, Stand 468 aus.

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