Digitale Rohstoffbörse

Digitale Rohstoffbörse

Nachhaltiges plattformgestütztes Rohstoffmanagement für die Bioökonomie

Digitale Rohstoffbörse

Die Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung sieht im Wandel zur biobasierten Wirtschaft ein wichtiges Zukunftsziel. Das Gelingen einer wissensbasierten Bioökonomie mit dem zentralen Gedanken der Nachhaltigkeit hängt entscheidend von der Vernetzung der Akteure und der Transparenz entlang der Wertschöpfungskette ab.

Projektbeschreibung

Eine digitale Rohstoffbörse kann hierzu einen elementaren Beitrag leisten, indem Erzeuger und Käufer im Sinne einer Direktvermarktung über eine digitale Plattform zusammengeführt werden. Ein schnellerer und flexiblerer Zugang zu produktbezogenen Marktinformationen, wie Qualität und Preise über tagesaktuelle Angebote, fördert die Bildung von Wertschöpfungsnetzwerken und schärft das Bewusstsein für die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten nachhaltiger Roh- und Reststoffe.

Konventionelle Rohstoffe werden heute an sogenannten Rohstoffbörsen gehandelt und sind deshalb auch Ziel internationaler Spekulationen. Internationale institutionelle Investoren kaufen Optionen und/oder Futures auf Rohstoffe und verfälschen damit Angebot und Nachfrage, was zu Preisverzerrungen führt. Ein nachhaltiges Wirtschaftssystem, auch in der Landwirtschaft, ist ein wichtiger Bereich der Bioökonomie-Strategie der Bundesregierung und des Freistaats Bayern. Was bisher fehlt, ist ein effizientes Bindeglied zwischen Anbau bzw. Erzeugung (Urproduktion) und Verwertung (Herstellung von Produkten), also eine Möglichkeit, Erzeuger (Landwirte) und Verwerter/Verarbeiter aus allen Teilen der Industrie auf einer einzigen Plattform zusammenzubringen und einen wettbewerbsfähigen Preis nach dem Angebot-Nachfrage-Prinzip auszuhandeln. Dieser Mangel lässt sich am sinnvollsten auf Basis einer auf den neuesten IT-Technologien basierenden und eigens für nachhaltige Rohstoffe konzipierten, digitalen Rohstoffbörse lösen. Solche „unkonventionellen“ Biorohstoffe fallen entweder nur in unregelmäßigen Abständen oder vielleicht in zu kleinen Mengen an oder aber sie werden nicht so stark nachgefragt und sind nur für bestimmte Hersteller von Bedeutung. Diese Faktoren erschweren den Absatz solcher Rohstoffe, was in vielen Fällen mit ökonomischen Nachteilen für Erzeuger wie auch Verwerter verbunden ist.

Ziel des vorliegenden Projektes ist es deshalb, eine Rohstoffbörse für nachhaltige Roh-, Rest- und Abfallstoffe zu entwickeln, die mittels innovativer IT-Tools Produzenten und Verarbeiter von nachhaltigen Roh- und Reststoffen schnell und unkompliziert zusammenführt. Die Rohstoffsuche, Kauf und Verkauf erfolgen über eine digitale Plattform für den PC, das Tablet oder das Smartphone. Mittels Einsatz und Nutzung digitaler Technologien können Preise tagesaktuell dargestellt werden. Die Abbildung von Preisentwicklungen (Charts) erleichtert die Planung. Die digitale Rohstoffbörse für nachhaltige Rohstoffe bündelt ökonomische und ökologische Interessen und ist eine an den Börsenhandel angelehnte Handelsplattform, die eine nachhaltige Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft fördert.

Förderung

Projektdauer

36 Monate

 Rainer Diesch

Ihr Kontakt

Rainer Diesch

+49 89 3603522 523
diesch@fortiss.org

Weitere Informationen

Projektpartner

Kompetenzzentrum für Ernährung Kern - Bereich Wissenschaft