Wirtschaftsbeirat Bayern Diskussionsrunde

Künstliche Intelligenz in der Industrie – heute und morgen

Wirtschaftsbeirat Bayern Diskussionsrunde: Künstliche Intelligenz in der #Industrie

Unter dem Motto „Künstliche Intelligenz in der Industrie – heute und morgen“  veranstaltete der Wirtschaftsbeirat Bayern am Mittwoch, 7. Oktober 2020 eine digitale Diskussionsrunde. Mit dabei waren drei hochkarätige Teilnehmer aus den Bereichen Industrie, Dienstleistungssektor und Forschung, die ihre Sicht der Zukunft der innovativen Technologie in Deutschland darlegten.

Im Mittelpunkt des eineinhalbstündigen Events standen die Diskussion über KI-Potenziale in Deutschland und die Beantwortung der Fragen: Wo steht die Industrie heute, woran arbeiten die großen Anbieter und wie wird sich die Industriewelt verändern? Die Teilnehmer waren Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Udo F. Littke, Managing Director der Atos Information Technology GmbH, und Dr. Harald Rueß, Wissenschaftlicher Geschäftsführer der fortiss GmbH. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Edward G. Krubasik, Vorsitzender Ausschuss Industrie, Technologie und Digitalisierung beim Wirtschaftsbeirat Bayern.

Siemens-Vorstandsmitglied Klaus Helmrich referierte zunächst über den Einsatz der KI in den unterschiedlichen Geschäftsfeldern der Siemens AG und zeigte gleichzeitig die Herausforderungen und die damit einhergehenden Chancen auf. Vor allem im Bereich Maschinelles Lernen sieht er großes Potenzial in der Produktion, um Prozesse besser zu verstehen und somit eine neue Flexibilität zu ermöglichen.

Voraussetzungen wie erhöhte Rechenleistung, gewachsene Mobilfunkdurchdringung, das Vorhandensein von großen Datenmengen bei relevanten Anwendungen im Bereich Internet of Things (IoT) und die offene Verfügbarkeit von wiederverwendbarer Open-Source-Software sind in jüngster Zeit zunehmend gegeben und somit ist Atos Managing Director Udo F. Littke auch überzeugt, dass die KI in Deutschland Geschwindigkeit aufnehmen wird. Einschränkungen sieht er in dem Bereich, in dem KI-unterstützte Entscheidungen unerwünscht eingeschränkt oder manipuliert werden.

Für fortiss Geschäftsführer Dr. Rueß hat die Künstliche Intelligenz alle Chancen, auf einem sehr kurzen Weg von der Grundlagenforschung in industrielle Produkte zu fließen. Er ist überzeugt, dass auch Mittelständler an das Thema KI herangeführt werden sollten, um neue Geschäftsfelder zu erschließen. fortiss sieht es als seine Kernaufgabe, kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen, diese neue Stufe der Digitalisierung zu erreichen.

Einig waren sich alle Anwesenden, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb vor allem im Bereich Industrie weit vorn steht, da man hier bereits auf viel Erfahrung zurückgreifen kann.  Am Ende der Veranstaltung appellierten die Gäste übereinstimmend an die Politik, in einen offenen Dialog zu treten und mit der Gesellschaft positiv zu diskutieren. Datenökonomie, Regularien und Infrastruktur bieten die beste Grundlage für eine erfolgreiche KI in Deutschland. Die drei Wirtschafts- und der Forschungsvertreter forderten daher von der Politik, zukünftig die richtigen Voraussetzungen und Perspektiven für die KI zu schaffen. Ein Fokus liegt hier vor allem auf der Ausbildung, sowohl im akademischen Bereich als auch bei den Fachberufen.