HANNOVER MESSE 2026

Smartes Energiemanagement als industrieller Wettbewerbsfaktor

Mit einem klaren Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und nachhaltige Energieversorgung hat die HANNOVER MESSE 2026 erneut ihre Rolle als internationale Leitplattform für die Transformation der Industrie unterstrichen. Unter dem Leitthema "THINK TECH FORWARD“ präsentierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und politische Akteure Lösungen für eine leistungsfähige, resiliente und zugleich klimafreundliche industrielle Wertschöpfung. fortiss war in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) mit dem Motto "START MOVE FOLLOW“ vertreten und stellte dort unter anderem das Zukunftsprojekt EILE (Energiewissen und InteLligente AnwEndung) vor. Das Projekt adressiert zentrale Herausforderungen der industriellen Transformation: steigende Energiepreise und wachsende regulatorische Anforderungen sowie den Bedarf an transparenter und datenbasierter Entscheidungsfindung.
Dr. Markus Duchon (fortiss) präsentiert auf dem Stand des BMWE das Projekt EILE.
Dr. Markus Duchon (fortiss) präsentiert auf dem Stand des BMWE das Projekt EILE.
Dr. Wolfgang Köhler (fortiss) mit den Partnern der IMACS GmbH präsentieren den Messkoffer.
Dr. Wolfgang Köhler (fortiss) mit den Partnern der IMACS GmbH präsentieren den Messkoffer.

Energie als strategischer Faktor der Industrie

Die Messe hat deutlich gezeigt, dass Energie längst nicht mehr nur ein Kostenfaktor ist, sondern zu einem strategischen Steuerungsinstrument für Unternehmen geworden ist. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen vor der Aufgabe, ihre Energieverbräuche präzise zu erfassen, flexibel zu steuern und gleichzeitig ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Hier setzt EILE an: Das von fortiss gemeinsam mit Partnern entwickelte Vorgehensmodell unterstützt Unternehmen dabei, ein strukturiertes Energiemanagement aufzubauen – von der ersten Datenerhebung bis zur Umsetzung konkreter Optimierungsmaßnahmen. Der praxisorientierte Ansatz traf auf großes Interesse bei den Messebesuchern, da er eine direkte Übertragbarkeit in industrielle Anwendungen ermöglicht.

„Viele Unternehmen wissen, dass sie handeln müssen, aber es fehlt oft an einem klaren Einstieg. Genau hier setzt EILE an und schafft eine strukturierte Grundlage für die Umsetzung im Betrieb“, erläutert Dr. Wolfgang Köhler, Leiter Mittelstand bei fortiss und verantwortlich für die Transferaktivitäten.

Live-Einblicke in datenbasiertes Energiemanagement

Am Messestand konnten Besucher zentrale Komponenten des Projekts unmittelbar erleben. Präsentiert wurden unter anderem der Messkoffer und Simulationsmodelle zur Entwicklung von Energieversorgungskonzepten sowie Softwarebausteine auf Basis des Open Source Energy Management Systems OpenEMS.

Besonders im Fokus standen praxisnahe Anwendungsfälle: Wie lassen sich Lastprofile in der Produktion transparent darstellen? Welche Flexibilitäten bestehen in bestehenden Prozessen? Und wie können datenbasierte Prognosen dazu beitragen, Energie effizienter einzusetzen?

Die Demonstrationen verdeutlichten, dass datengetriebenes Energiemanagement nicht nur theoretisch, sondern bereits heute konkret umsetzbar ist. „Wir zeigen mit EILE, wie aus Energiedaten konkrete Handlungsoptionen entstehen – von der Analyse bis zur optimierten Steuerung“, betont Dr. Markus Duchon, Kompetenzfeldleiter Architectures and Services for Critical Infrastructures und Projektleiter von EILE.

Brücke zwischen Forschung und industrieller Praxis

Ein zentrales Anliegen von EILE ist der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Anwendung. Dies wurde auf der Messe besonders sichtbar: Die vorgestellten Lösungen basieren auf aktuellen Methoden aus den Bereichen Energiemodellierung, KI und Ökobilanzierung, sind jedoch bewusst so gestaltet, dass sie von Unternehmen ohne umfangreiche Vorkenntnisse implementiert werden können.

Das entwickelte Praxishandbuch sowie ergänzende Schulungs- und Informationsangebote unterstützen diesen Transfer zusätzlich. Sie bieten Unternehmen eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung – von der Entwicklung eines Messkonzepts über die Identifikation relevanter Energiekennzahlen bis hin zur Integration eines Energiemanagementsystems in bestehende Prozesse.

Fachlicher Austausch im Mittelpunkt

Ein Highlight des Messeauftritts war der Fachvortrag von Dr. Markus Duchon am 23. April. In seinem Beitrag stellte er das Projekt sowie konkrete Anwendungsbeispiele aus der Praxis vor und ging auf die Rolle datenbasierter Methoden im Energiemanagement ein.

Darüber hinaus bot der Stand zahlreiche Gelegenheiten zum direkten Austausch mit Experten. Vertreter aus Industrie, Beratung und Forschung nutzten die Möglichkeit, individuelle Fragestellungen zu diskutieren und konkrete Einsatzszenarien zu erörtern. Besonders gefragt waren dabei Lösungen zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen sowie Ansätze zur Steigerung der betrieblichen Resilienz.

EILE im Kontext der industriellen Transformation

Die Themen der HANNOVER MESSE 2026 haben deutlich gemacht, dass die Zukunft der Industrie maßgeblich durch die intelligente Nutzung von Daten geprägt wird. KI, digitale Plattformen und vernetzte Systeme bilden die Grundlage für neue Geschäftsmodelle und effizientere Prozesse.

EILE fügt sich nahtlos in diese Entwicklung ein: Das Projekt zeigt exemplarisch, wie datenbasierte Technologien im Bereich Energiemanagement eingesetzt werden können, um sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele zu erreichen. Insbesondere die Kombination aus Transparenz, Prognosefähigkeit und Flexibilitätsanalyse eröffnet Unternehmen neue Handlungsspielräume.

Für die deutsche Wirtschaft ist dies von zentraler Bedeutung. Angesichts volatiler Energiemärkte und steigender Anforderungen an die Nachhaltigkeit wird die Fähigkeit, Energie effizient und flexibel zu nutzen, zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Projekte wie EILE leisten hier einen wichtigen Beitrag, indem sie konkrete, umsetzbare Lösungen bereitstellen.

Positive Resonanz und Ausblick

Die Resonanz auf den Messeauftritt von fortiss und das Projekt EILE war durchweg positiv. Viele Besucher hoben insbesondere den praxisnahen Ansatz sowie die Offenheit der entwickelten Lösungen hervor. Die Bereitstellung zentraler Komponenten als Open Source ermöglicht es Unternehmen, die Ergebnisse flexibel an ihre eigenen Anforderungen anzupassen und weiterzuentwickeln.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts Ende 2024 liegt der Fokus nun auf der weiteren Verbreitung und Implementierung der entwickelten Ansätze in der Praxis. Ein Folgeprojekt mit einem Projektpartner wird gerade vorbereitet und erste Unternehmen haben bereits begonnen, entsprechende Energiemanagementsysteme einzuführen.

Die HANNOVER MESSE 2026 hat einmal mehr gezeigt, dass die Transformation hin zu einer nachhaltigen und digitalisierten Industrie in vollem Gange ist. Mit Projekten wie EILE trägt fortiss dazu bei, diesen Wandel aktiv zu gestalten und Unternehmen auf ihrem Weg in eine energieeffiziente Zukunft zu unterstützen.

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