Rechenzentren: Mehr als nur Serverräume
Im Rahmen der Informationsveranstaltung „Rechenzentren für Kommunen und Städte“ wurde deutlich, dass moderne Rechenzentren weit mehr sind als isolierte IT-Standorte. Da der enorme Bedarf an Rechenleistung die Anforderungen an die Infrastruktur massiv steigert, entwickeln sich diese Anlagen zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die regionale Wettbewerbsfähigkeit. Während Deutschland intensiv die digitale Souveränität anstrebt, entstehen viele Projekte derzeit schneller im Ausland, weshalb Kommunen durch eine aktive Standortpolitik und den Abbau bürokratischer Hürden gezielt gegensteuern müssen.
Ein zentrales Kriterium bei der Standortwahl sind heute die verfügbaren Netzkapazitäten, wobei Rechenzentren durch Energieflexibilität künftig selbst eine aktive Rolle zur Stabilisierung des Energiesystems einnehmen können. Für Stadtwerke und die lokale Wärmeplanung bietet zudem die konsequente Nutzung von Abwärme enorme Chancen, um die Dekarbonisierung vor Ort voranzutreiben und echten wirtschaftlichen Mehrwert für die Bürger zu schaffen.
Starke Allianz für den Standort Bayern
Die Veranstaltung wurde von einer hochkarätigen Allianz getragen, die praxisnahe Lösungen für Energieversorger und Technologiepartner präsentierte. Die German Datacenter Association (GDA) setzte dabei wichtige Impulse zu politischen Handlungsfeldern und Branchenstandards, während E.ON Energy Infrastructure Solutions gemeinsam mit GRUNDFOS technische Konzepte für die effiziente Wärme- und Kälteversorgung und Kapazität sowie innovative Pumpentechnologien vorstellte. Ergänzt wurde dieses Spektrum durch Next-Labs AI, die den Fokus auf die gesamte KI-Wertschöpfungskette sowie spezifische Fördermöglichkeiten für kommunale Energielösungen legten. Zusammen mit Next-Labs AI stellte fortiss Forschungsprojekte zu KI in der Energiewirtschaft vor - Darunter auch die Datenvermittlungsplattform NEED. fortiss zeigte zudem Möglichkeiten der Steuerung für einen wärmegeführten Betrieb von gut vernetzten Rechenzentren.
Expertise aus der Forschung
Dr. Markus Duchon (Head of Architectures and Services for Critical Infrastructures) unterstrich die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Kommunalwirtschaft: „Rechenzentren sind die Kraftwerke der Digitalisierung, aber sie müssen auch zu Kraftwerken der Energiewende werden. Gemeinsam mit unseren Partnern GDA, Next-Labs AI, E.ON und Grundfos zeigen wir, dass die intelligente Integration dieser Anlagen kein Widerspruch zur Netzstabilität ist. fortiss unterstützt Kommunen und Stadtwerke konkret dabei, Systeme so zu nutzen, dass Rechenlasten flexibel gesteuert und Abwärmepotenziale optimal in lokale Netze integriert werden. Nur durch diese technologische Souveränität sichern wir die wirtschaftliche Relevanz unserer Regionen.“
Networking und Innovation vor Ort
Teil der Veranstaltung war ebenso eine exklusive Führung durch das Leibniz-Rechenzentrum, eines der größten und nachhaltigsten Rechenzentren Deutschlands, um die Theorie in die Praxis übersetzt zu sehen. Die anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete mit den Themen KI-Boom, Standortkampf und der Souveränität einige entscheidende Kriterien, die zukünftig für Wirtschaft, Energieinfrastruktur und kommunale Entwicklung von erhöhter Bedeutung sind.
Der intensive Austausch beim abschließenden Networking bestätigte: Die digitale Transformation Bayerns gelingt nur, wenn Energieversorger und Kommunen Rechenzentren als Chance für eine smarte Infrastruktur begreifen.