Veranstaltung

Rechenzentren als Herzschlag der kommunalen Energiewende

Der massive Anstieg Künstlicher Intelligenz (KI) verändert nicht nur die digitale Landschaft, sondern stellt auch physische Anforderungen an die Infrastruktur unserer Städte und Gemeinden. Am 17. März 2026 versammelten sich Expert*innen aus Wissenschaft, Energie und Politik im Leibniz-Rechenzentrum (LRZ), um über die Rolle von Rechenzentren als strategische Partner für Kommunen und Stadtwerke zu diskutieren.
Dr. Rute Sofia, Dr. arkus Duchon, Stefan Kauer
Dr. Rute Sofia und Dr. Markus Duchon von fortiss und Stefan Kauer von Grundfos begrüßen die Teilnehmer.
Networking und intensiver Austausch am Ende der Veranstaltung
Networking und intensiver Austausch am Ende der Veranstaltung

Politischer Rückenwind für Rechenzentren

Die Bundesregierung hat am 18. März 2026 die erste nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen, um Deutschland zu einem führenden Standort für Rechenzentren zu entwickeln. Angesichts des rapiden Wachstums von Datenmengen und der steigenden Nutzung von Künstlicher Intelligenz sollen die Rechenkapazitäten bis 2030 mindestens verdoppelt und die für KI benötigten Leistungen vervierfacht werden. Moderne Rechenzentren sind dabei weit mehr als isolierte IT-Standorte: Sie werden zunehmend zu strategischen Partnern für Kommunen, Stadtwerke und die regionale Wirtschaft.

Zentrale Elemente der Strategie sind die Bereitstellung geeigneter Flächen, eine leistungsfähige und nachhaltige Energieversorgung sowie die Förderung technologischer Souveränität. Rechenzentren können durch intelligente Nutzung von Abwärme, flexible Energienetze und Beteiligung der Kommunen aktiv zur Stabilisierung des Energiesystems beitragen und so wirtschaftliche wie ökologische Vorteile für die Regionen schaffen. Damit unterstützt die Bundesregierung zugleich Digitalisierung, Wettbewerbsfähigkeit und Energiewende und stärkt Deutschlands Position als führender Standort für digitale Infrastruktur.

Rechenzentren: Mehr als nur Serverräume 

Im Rahmen der Informationsveranstaltung „Rechenzentren für Kommunen und Städte“ wurde deutlich, dass der enorme Bedarf an Rechenleistung die Anforderungen an die Infrastruktur massiv steigert. Rechenzentren entwickeln sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für die regionale Wettbewerbsfähigkeit. Während Deutschland intensiv die digitale Souveränität anstrebt, entstehen viele Projekte derzeit schneller im Ausland, weshalb Kommunen durch aktive Standortpolitik und den Abbau bürokratischer Hürden gezielt gegensteuern müssen.

Ein zentrales Kriterium bei der Standortwahl sind heute die verfügbaren Netzkapazitäten. Rechenzentren können durch Energieflexibilität künftig selbst eine aktive Rolle zur Stabilisierung des Energiesystems einnehmen. Für Stadtwerke und die lokale Wärmeplanung bietet zudem die konsequente Nutzung von Abwärme enorme Chancen, um die Dekarbonisierung vor Ort voranzutreiben und echten wirtschaftlichen Mehrwert für die Bürger zu schaffen.

Starke Allianz für den Standort Bayern 

Die Veranstaltung wurde von einer hochkarätigen Allianz getragen, die praxisnahe Lösungen für Energieversorger und Technologiepartner präsentierte. Die German Datacenter Association (GDA) setzte wichtige Impulse zu politischen Handlungsfeldern und Branchenstandards, während E.ON Energy Infrastructure Solutions gemeinsam mit GRUNDFOS technische Konzepte für effiziente Wärme- und Kälteversorgung sowie innovative Pumpentechnologien vorstellte. Ergänzt wurde das Spektrum durch Next-Labs AI, die den Fokus auf die gesamte KI-Wertschöpfungskette sowie spezifische Fördermöglichkeiten für kommunale Energielösungen legten. Zusammen mit Next-Labs AI stellte fortiss Forschungsprojekte zu KI in der Energiewirtschaft vor – darunter auch die Datenvermittlungsplattform NEED. fortiss zeigte zudem Möglichkeiten der Steuerung für einen wärmegeführten Betrieb gut vernetzter Rechenzentren.

Expertise aus der Forschung 

Dr. Markus Duchon (Head of Architectures and Services for Critical Infrastructures) unterstrich die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Kommunalwirtschaft: „Rechenzentren sind die Kraftwerke der Digitalisierung, aber sie müssen auch zu Kraftwerken der Energiewende werden. Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir, dass die intelligente Integration dieser Anlagen kein Widerspruch zur Netzstabilität ist. fortiss unterstützt Kommunen und Stadtwerke konkret dabei, Systeme so zu nutzen, dass Rechenlasten flexibel gesteuert und Abwärmepotenziale optimal in lokale Netze integriert werden. Nur durch diese technologische Souveränität sichern wir die wirtschaftliche Relevanz unserer Regionen.“

Networking und Innovation vor Ort 

Teil der Veranstaltung war zudem eine exklusive Führung durch das Leibniz-Rechenzentrum, eines der größten und nachhaltigsten Rechenzentren Deutschlands, um die Theorie in die Praxis zu übersetzen. Die anschließende Podiumsdiskussion beleuchtete Themen wie KI-Boom, Standortkampf und digitale Souveränität – entscheidende Kriterien für Wirtschaft, Energieinfrastruktur und kommunale Entwicklung. Der intensive Austausch beim abschließenden Networking bestätigte: Die digitale Transformation Bayerns gelingt nur, wenn Energieversorger und Kommunen Rechenzentren als Chance für eine smarte Infrastruktur begreifen.

  Marketing & Presse

Ihr Kontakt

Marketing & Presse

presse@fortiss.org